AMOK Konzept - Abwehr zielgerichteter Gewalt und Amok

AMOK Konzept

AMOK Konzept

AMOK ist von dem malaiischen Begriff «amuk» abgeleitet, der übersetzt «zornig» oder «rasend» bedeutet und auf unkontrollierbare Wut hindeutet. Ein Amoklauf ist in der Wahrnehmung der Täter oder der Täterinnen der letzte Ausweg aus einer misslichen Situation. Davor zeigen sie eine Reihe an Verhaltensweisen, mit denen sie auf ihre Absicht aufmerksam machen. Hinter dem Phänomen AMOK steckt ein Weg der zur Gewalt führt, welcher durch eine schrittweise Verengung von Handlungsalternativen im Verlauf einer biographischen Krise gekennzeichnet ist. Am Ende steht aus der Sicht des Gewalttäters schliesslich die Tötung oder Verletzung anderer als letzte Option, um ein Ende der Krisensituation herbeizuführen. Die Modellvorstellung eines Weges, der zurückgelegt werden muss bis zur Tat, ist für Interventionsansätze äusserst nützlich. Denn er bedeutet zum einen als positive Schlussfolgerung, dass eine Eröffnung von Handlungsalternativen die fatale Entwicklung zu stoppen vermag. Zum anderen zeigt er, dass oftmals im Vorfeld identifizierbare Zeichen prinzipiell erkennbar sind. Dabei lassen sich wie bereits erwähnt spezifische „Rote Flaggen“ erkennen, die auf eine eventuelle Krise des Mitarbeitenden oder Besuchers hinweisen.

 

AMOK Konzept - Gezielte und möglichst "stille Alarmierung"

Bei Amokläufen kann ein Verbarrikadieren in abgesicherten Räumen erforderlich sein. Zuvor ist es jedoch notwendig gezielt und möglichst "still" zu alarmieren, damit die amoklaufende Person nicht zusätzlich gestresst wird. Dazu sollten sich die Türen leicht von innen verriegeln lassen, beispielsweise durch einen speziellen Raumtürverschluss mit einem Knaufzylinder. Danach ist die Tür von aussen nur noch mit einem Schlüssel zu öffnen. Eine schnelle Fluchtmöglichkeit von innen muss dabei sichergestellt sein. Der spezielle Raumtürverschluss ist mit einer Panikfunktion ausgestattet und im Gegensatz zu Panikverschlüssen an Fluchttüren für den Dauerbetrieb ausgelegt. Türen sollten eine Mindestwiderstandskraft gegen gewaltsames Öffnen besitzen. Sprechanlagen im Raum ermöglichen es, aktuelle Informationen an die Einsatzkräfte weiterzugeben und Anweisungen entgegenzunehmen. Dasselbe leisten Notfallhandys, die von einer zentralen Stelle angesteuert werden. Die Räume sollten zur besseren Kommunikation von innen zusätzlich bezeichnet werden (z.B. Raum-Nr. 3.02).

 

AMOK Konzepte sind mit den Einsatztaktiken der AMOK-Spezialisten der Polizei abzustimmen

Alarmierung, Kommunkation, Schnittstellen, Angriffmöglichkeiten, Treffpunkte und Führungsverantwortung sind mit der Polizei genau abzusprechen und schriftlich festzuhalten.  Dabei ist es notwendig, die Möglichkeiten und Anforderungen der Polizei zu kennen und darauf basierend das bestmöglichste AMOK Konzept zu definieren, umzusetzen, Mitarbeitende auszubilden und regelmässig das richtige Verhalten zu trainieren.

 


 

Welche Inhalte sollte ein AMOK Konzept zur Abwehr zielgerichteter Gewalt beschreiben?

 

Verhalten im AMOK Fall - Was ist zu tun, wenn eine bewaffnete Person im Gebäude ist oder wenn Schüsse zu hören sind?

Ein AMOK Konzept sollte folgendes beschreiben:

  • AMOK Alarm auslösen (Womit?, wo?, eingesetzte Technik und Medien)
  • Situation bzw. Alarmauslösung überprüfen (Falschalarm vermeiden)
  • Alarm entgegennehmen / Verfügbarkeit sicherstellen
  • Einleitung Sofortmassnahmen (Was ist nun konkret zu tun?)
  • Verhaltensanweisungen geben (Durchsagen, Warntexte, usw.)
  • Entsprechende Lautstärke ("stille Alarmierung") sowie Sprachverständlichkeit sicherstellen
  • Externe Kommunikation bereits während der Anfahrt (Polizei/ Spezialisten) sicherstellen
  • Treffpunkte / Einweisung
  • Führungsverantwortung Polizei und Unternehmen/ Behörde
  • Deeskalation / Ablauf zur Bewältigung einer Krisensituation
  • Sammelplätze / Organisation / Umgang mit Social Media und Medien
  • Trainings-/ Schulungsprogramm
  • Verantwortung für den Betrieb/ Aufrechterhaltung des AMOK Konzepts
  • Verbindliche und durch die Geschäftsleitung bewilligte Definition, wie oft trainiert werden soll (Compliance beachten!)
 

Was ist zu tun, wenn eine bewaffnete Person im Gebäude ist oder wenn Schüsse zu hören sind?

  • Sich in einem Raum einschliessen, weg von Fenster und Türen.
  • Nicht die Aufmerksamkeit des Täters auf sich ziehen.
  • Handy leise stellen.
  • Oder – falls möglich: Sofort das Gebäude fluchtartig verlassen. Achtung: Nur fliehen, wenn relativ sicher ist, dass man dem Täter nicht begegnet. Vorsicht: Durch den Widerhall des Schalls kommen Schüsse manchmal aus einer anderen Richtung, als es zunächst scheint. Achten Sie darauf, nicht zum Gefahrenherd zu laufen.
  • Wenn Sie in Sicherheit sind, sofort die Polizei alarmieren.
  • Personen in den entsprechenden Gebäuden warnen, sich einzuschliessen und zu warten, bis Entwarnung kommt, ohne sich selbst zu gefährden.
  • Sofort die interne Notrufnummer informieren.

AMOK Konzept -  Beratung / Coaching / Training?

Sie starten ein Projekt und brauchen ressourcen-mässig Unterstützung oder Entlastung? Sie suchen einen Projektleiter, Experten, Berater, Coach oder Trainer? Dann sollten Sie mit uns sprechen. Gerne erläutern wir Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten, um Sie zu unterstützen.
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Umfassende Referenzenübersicht und -liste (PDF)

 

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